KRAYER KRÖNER
& STIEF

FALSCHE TESTAMENTE

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FALSCHE TESTAMENTE

Testamente, die ohne Beratung eines fachkundigen Rechtsanwalts oder Notars formuliert werden, sind überwiegend fehlerhaft (teilweise unwirksam) und niemals optimal. Zwei Beispiele missglückter Versuche.

Fall: Die „Vererbung“ von Gegenständen
Manfred war bereits verstorben. Als Frauke einige Jahre später auch verstarb, fand man ein Testament mit folgendem Inhalt:
„Mein Sohn Sebastian soll meine Eigentumswohnung in Bad Homburg bekommen. Theresa meine Tochter, bekommt mein Geld und mein Auto.“ Das Testament ist schwer fehlerhaft und nicht zu vollziehen. Note 6.
Der Grund für die schlechte „Note“ liegt keineswegs alleine daran, dass Frauke die Eigentumswohnung in Bad Homburg längst verkauft hatte und für den Verkaufserlös plus weitere 300.000,– € ein Haus in Obertshausen erworben hatte. Selbst wenn Eigentumswohnung und (etwas) Geld vorhanden gewesen wäre, wäre das Testament fehlerhaft und der Streit vorprogrammiert. Übrigens haben die Geschwister später über mehrere Jahre und Instanzen gestritten, sich bis heute nicht wieder vertragen und es ist zweifelhaft, ob die „Lösung“, die das Gericht später gefunden hat, dem entspricht, was die beiden Eltern gewollt haben.

Fall: Nicht weit genug nachgedacht.
Frauke stammte aus einer vermögenden Familie und hatte das Unternehmen, das sich seit Generationen im Familienbesitz befand und auch „im Blut“ der Familie verbleiben sollte, bereits zu Lebzeiten von ihren Eltern übernommen. Frauke war mit Manfred verheiratet. Der aber war nicht immer treu und es kam schließlich zu einer Scheidung. Frauke setzte ein Testament auf, dessen Ziel es auch war, sicherzustellen, dass Manfred am Vermögen von Frauke nicht partizipieren soll. Daher setzte Frauke ihre Tochter Theresa zu ihrer Alleinerbin ein und verfügte: „Erbin meines gesamten Vermögens soll meine Tochter Theresa sein.“.  Mit diesem Testament zugunsten ihrer Tochter Theresa habe sie – so dachte Frauke – vernünftig „vorgesorgt“ und vor allem verhindert, dass Manfred Vermögen aus der Unternehmerfamilie von Frauke erben kann.

Frauke unterlag leider einem Trugschluss: Anfang 2018 setzte sie sich mit ihrer Tochter Theresa ins Auto, um nach Lech in den Skiurlaub zu fahren. Auf der Fahrt stieß sie mit einem LKW zusammen. Frauke starb an der Unfallstelle, Theresa, ihre Tochter, 2 Tage später im Krankenhaus. Alleinerbe von Frauke wurde zunächst Theresa (aufgrund des Testaments der Mutter), dann Manfred (im Wege der gesetzlichen Erbfolge nach Theresa).
Ein gravierender Fehler im Testament von Frauke, und leicht vermeidbar. Ein guter Anwalt oder Notar hätte alle naheliegenden Notfallszenarien simuliert, diese Möglichkeit erkannt und durch den Einsatz einfacher Instrumentarien des Erbrechts vermieden. Es wäre ein Leichtes gewesen, beispielswese den ehedem im Unternehmen arbeitenden jüngeren Bruder von Frauke als Ersatzerben oder als Nacherben einzusetzen. Jetzt ist Manfred Multimillionär; das Unternehmen zwischenzeitlich insolvent, der Bruder arbeitslos.

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